Digitale Vernetzung dezentraler Energieanlagen

Digitale Vernetzung dezentraler Energieanlagen

6. Oktober 2017

Hintergrund

Die Digitalisierung öffnet Energieversorgen die Tür zu nie dagewesenen Chancen, ihr Geschäftsmodell nachhaltig auszubauen und effizienter zu gestalten: Kundenbindung, Netzsteuerung, Preisoptimierung sind nur einige Schlagworte. Wie aber lassen sich die sehr vielfältigen Parameter optimal miteinander vernetzen? Dafür hat unser Auftraggeber uns für die Projektleitung der technischen Produktentwicklung hinzugezogen.

Ausgangslage

Ziel war es, Energie „anfassbar“ zu machen. Dazu sollte ein Produkt entwickelt werden, das in Haushalten von Verbrauchern und Einspeisern Strom und Wärme regelt, Verbrauch und erzeugte Mengen misst, aber auch Prognosen erstellt und damit sowohl Verbrauch wie Erzeugung beeinflussen kann. Diese Prognosen basieren auf einer Fülle von externen Daten – Zeitpläne der Bewohner, Wettervorhersagen für Sonnenstunden, Windstärke, Beschattung und vieles mehr.

Besonderheit

Die Vielfalt und Fülle der Schnittstellen und ihre Koordinierung stellte eine besondere Herausforderung dar. Keine zwei Häuser in Deutschland haben dieselben Rahmenbedingungen für ihre Energiesysteme – und für belastbare Prognosen und Modelle müssen alle Eventualitäten zumindest grundsätzlich angelegt sein, teils bis hinunter zum einzelnen Datenpunkt einer Heizungsanlage. Wo heute „Smart Meter“ durchaus schon gängig sind, stellt diese Produktentwicklung mit der Berücksichtigung von Wärme und Strom, Verbrauchsmessung und Erzeugungsprognose eine richtungweisende Innovation und einen Meilenstein in Sachen Energie-Transparenz dar.

Umsetzung

Bis das erste fertige Gerät im Haus installiert werden konnte, haben wir erhebliche Koordinationsarbeit geleistet. Schon im Vorfeld mussten buchstäblich alle möglichen Szenarien berücksichtigt, durchdacht und angelegt werden. Wir haben eine ganze Bandbreite an Herstellern (Heizung, Photovoltaik, Regeltechnik) kontaktiert und in die Entwicklung eingebunden, alle Interfaces in der Entwicklung gesteuert und den Dienstleister, der die Programmierung übernommen hat, geführt. Nur dank agiler Entwicklung konnte der Zeitplan gehalten werden, bis hin zur Strukturierung und Begleitung aller Tests in einem externen Testlabor.

Kundennutzen

Unser Auftraggeber hat mit der „Box“ jetzt ein digitales Gerät zur Verfügung, mit dem er seinen Kunden einen klaren Mehrwert bieten kann. Verbrauch von Strom und Heizung sind transparent zu messen und lassen sich präzise voraussagen. Die Steuerung der Anlagen erfolgt über ein online-Portal oder über eine App per Smartphone oder Tablet. Damit ist eine neuartige und spannende „User Experience“ möglich, mit der die abstrakten Themen Energiesparen und –erzeugen eine ganz neue Erlebnisqualität erhalten.

Für den Energieversorger selbst bringt die „Box“ neue Daten über die Auslastung seines Netzes und eröffnet den Weg hin zum virtuellen Kraftwerk: Sind viele Kunden damit ausgestattet, kann er Strom zu optimalen Zeiten ins Netz einspeisen oder auch sehr schnell herausziehen. Beides dient der stabilen Versorgung und der Netzsicherheit und ist auch ökonomisch hoch interessant: eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Branche: Energie
Unternehmensgröße: 70.000 MA
Laufzeit: 23 Monate
Rolle: Project Manager
Komplexität: ******