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Cryptocurrencies und die Blockchain

Cryptocurrencies und die Blockchain

9. April 2018

Follow-up

Fast ein Jahr ist es nun her, dass wir uns hier im Blog mit Bitcoins und der Blockchain beschäftigt haben. Zeit für ein follow-up.

Kaum ein Tag vergeht seitdem, an welchem nicht eine Meldung zu den oben genannten Themen prominent auf den großen Wirtschaftsseiten im Netz prangt.  Doch laut dem letzten Gartner Hype Cycle[1] hat die Blockchain als aufkommende Technologie die Spitze des Hypes schon passiert. Der Blick auf Google Trends bestätigt diese Einschätzung.


Abb. 1: Suchanfragen nach „Blockchain“ im zeitlichen Verlauf (in Prozent vom Maximum) im Zeitraum Juni 2013- März 2018
Quelle: Google Trends[1]

Einen sehr ähnlichen Verlauf zeigt die nachfolgend dargestellte kumulierte Marktkapitalisierung aller großen Coins.


Abb. 2: Kumuliertes Marktvolumen aller Digitalwährungen von 2013- 2018
Quelle: https://coinmarketcap.com/charts/

Ein Paradebeispiel dafür, wie der Preis eines begrenzten Gutes von der Nachfrage abhängt.

Wie im Blogbeitrag von Mai 2017 bereits erwähnt ist das Investment in Kryptowährungen auf Grund der Volatilität ein hochriskantes Geschäft und sollte Spekulanten mit kurzem Zeithorizont und hoher Risikoaffinität überlassen werden.

Die Nachfrage lässt sich schnell erschüttern. Mögliche Krisenauslöser sind zunehmende staatliche und überstaatliche Regulierungen bis hin zum Handelsverbot wie zuletzt in Thailand. Allein die

Meldung über geplante Handelsverbote in Südkorea[1] oder mögliche Handelsauflagen lassen die Kurse abstürzen. [2]

Die Weiterentwicklung von Quantencomputern kann das Vertrauen in die Unveränderbarkeit des zugrundeliegenden Transaktionsverzeichnisses erschüttern, da die Mehrheit der Rechenleistung im Netzwerk die Akzeptanz der Blockchain-Informationen dominiert.[3]

Zunehmend erfolgreiche Hackerangriffe können ebenfalls schnell das Vertrauen erschüttern. So wurden bereits zweimal durch Angriffe auf Handelsplattformen Bitcoin mit einem Wert von jeweils über 500 Millionen Dollar entwendet.[4]

Glücklicherweise werden unabhängig von der zukünftigen Marktentwicklung der Kryptowährungen (es gibt inzwischen übrigens schon mehr als 1500 verschiedene Coins[5]) die Anwendungsgebiete der Blockchain weiter zunehmen, da durch ihre Anwendung die Verlässlichkeit von Daten stark gesteigert werden kann. Ausbreiten wird sich die Distributed Ledger Technologie (DLT) daher neben der Finanzbranche, insbesondere in Bereichen wie Cybersecurity, Identitätsmanagement, Abstimmungssysteme, Messenger Dienste, staatlichen Immobilienhandel und -Verwaltung, Crowdfunding, Versicherungen, und dem Internet of Things. [6]

So kam es auch im vergangenen Jahr zur Gründung der „Trusted IoT Alliance“ welcher Industriegrößen wie Bosch, Cisco, UBS und Gemalto angehören und die es sich zum Ziel gesetzt hat eine sichere, leistungsfähige, skalierbare und interoperable Plattform für Milliarden von IoT-Systemen zu schaffen. [7]

Um sich einen Überblick über die vielfältigen Anwendungsgebiete zu verschaffen empfiehlt sich die Lektüre der Übersicht „Top 50 Blockchain Startups 2017“.[8]

In der Hoffnung, dass eine Mehrheit der Projekte sich erfolgreich am Markt etablieren kann, steht ein großer technologischer Fortschritt bevor, der zugleich die Angreifbarkeit von Datenbanken und System reduziert.

[1] https://www.pc-magazin.de/news/bitcoin-kein-handelsverbot-fake-news-suedkorea-kurs-3198907.html
[2] https://www.onvista.de/news/drohendes-handelsverbot-setzt-bitcoin-zu-faellt-10-000-dollar-marke-86225323
[3] https://www.businessinsider.de/dieser-supercomputer-koennte-bitcoin-und-co-wertlos-machen-2018-3
[4] https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kryptogeld-im-Wert-von-533-Millionen-US-Dollar-bei-Hackerangriff-gestohlen-3952561.html
[5] https://coinmarketcap.com/all/views/all/
[6] https://futurethinkers.org/industries-blockchain-disrupt/
[7] https://www.trusted-iot.org/
[8] https://blog.cex.io/cryptonews/top-50-blockchain-startups-2017-16158